Gewalt gegen Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und THW darf nicht zur Normalität werden
Sie kommen, wenn andere Hilfe brauchen. Sie löschen Brände, retten Menschenleben, leisten medizinische Hilfe, sichern Unfallstellen, bekämpfen Gefahren und unterstützen die Bevölkerung in außergewöhnlichen Situationen.
Doch immer häufiger berichten Einsatzkräfte von Situationen, in denen sie selbst zum Ziel werden: Beschimpfungen, Bedrohungen, Behinderungen, körperliche Übergriffe, Sachbeschädigungen und Diebstähle.
Gewalt gegen Einsatzkräfte ist kein Kavaliersdelikt. Sie betrifft Menschen, die ihre Aufgabe erfüllen – häufig unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen.
Gewalt und Übergriffe an Einsatzstellen beschränken sich nicht ausschließlich auf körperliche Angriffe.
Dazu gehören beispielsweise:
- verbale Beleidigungen und Beschimpfungen,
- Bedrohungen und Einschüchterungen,
- körperliche Angriffe,
- Behinderung von Einsatzmaßnahmen,
- das bewusste Missachten von Absperrungen,
- Beschädigungen an Einsatzfahrzeugen,
- Beschädigungen oder Zerstörung von Einsatzmaterial,
- Diebstähle aus Einsatzfahrzeugen,
- Einbrüche und Diebstähle aus Feuerwehrgerätehäusern,
- Beschädigungen an Feuerwehrhäusern und Einrichtungen,
- sowie weitere Handlungen, die Einsatzkräfte gefährden oder ihre Arbeit beeinträchtigen.
Dabei ist es wichtig, genau hinzusehen. Nicht jeder Vorfall ist gleich und nicht jede Form von Gewalt lässt sich mit denselben Kriterien erfassen.
Gerade deshalb benötigen wir verlässliche und vergleichbare Daten.
Was wissen wir tatsächlich?
Die Diskussion über Gewalt gegen Einsatzkräfte wird zunehmend geführt. Gleichzeitig ist es schwierig, aus unterschiedlichen Quellen ein vollständiges und einheitliches Bild zu erhalten.
Erfassungsmethoden unterscheiden sich. Vorfälle werden unterschiedlich bewertet, dokumentiert und statistisch erfasst. Manche Ereignisse werden angezeigt und offiziell registriert, andere möglicherweise intern dokumentiert – und wieder andere werden gar nicht gemeldet.
Dadurch entsteht eine wichtige Frage:
Wie groß ist das tatsächliche Ausmaß?
Um politische Entscheidungen, Präventionsmaßnahmen und konkrete Verbesserungen sinnvoll zu gestalten, braucht es belastbare Zahlen.
Denn nur das, was systematisch erfasst wird, kann langfristig ausgewertet, verglichen und sichtbar gemacht werden.
Feuerwehrpresse.org möchte Vorfälle sichtbar machen
Genau hier setzt Feuerwehrpresse.org an.
Über ein anonymes Formular sollen Vorfälle rund um Gewalt, Übergriffe, Diebstähle und Sachbeschädigungen an Einsatzkräften und Einsatzmitteln gesammelt werden.
Dabei geht es nicht darum, einzelne Personen öffentlich an den Pranger zu stellen.
Es geht darum, Muster zu erkennen, Erfahrungen zu bündeln und das Ausmaß der Problematik besser sichtbar zu machen.
Aus den gemeldeten Fällen können – unter Wahrung der Anonymität und unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen – statistische Auswertungen entstehen.
Welche Arten von Vorfällen treten besonders häufig auf?
Wo entstehen wiederkehrende Probleme?
Welche Einsatzorganisationen sind betroffen?
Welche Formen von Gewalt oder Behinderung werden gemeldet?
Welche Schäden entstehen an Fahrzeugen, Geräten und Einrichtungen?
Und vor allem:
Wo besteht Handlungsbedarf?
Zahlen schaffen eine Grundlage für Veränderungen
Die Sicherheit unserer Einsatzkräfte darf nicht allein von Einzelfallberichten abhängig sein.
Politik, Kommunen, Behörden und Einsatzorganisationen benötigen belastbare Informationen, um geeignete Maßnahmen entwickeln zu können.
Dazu gehören beispielsweise:
- bessere Präventionskonzepte,
- Aufklärung der Bevölkerung,
- Schutzmaßnahmen an Einsatzstellen,
- technische und organisatorische Verbesserungen,
- geeignete Schulungen,
- Unterstützung betroffener Einsatzkräfte,
- konsequente Verfolgung von Straftaten,
- sowie politische Maßnahmen zum Schutz derjenigen, die anderen Menschen helfen.
Statistiken allein lösen das Problem nicht. Aber ohne belastbare Zahlen ist es wesentlich schwieriger, das Problem in seiner tatsächlichen Dimension zu erkennen und Veränderungen einzufordern.
Auch Sachbeschädigung und Diebstahl sind ein Problem
Besondere Aufmerksamkeit verdient auch die Beschädigung oder der Diebstahl von Einsatzmitteln.
Wenn aus einem Feuerwehrfahrzeug Ausrüstung gestohlen wird, ist das nicht einfach ein gewöhnlicher Diebstahl.
Dieses Material wird benötigt, um Menschen zu retten.
Wenn Einsatzfahrzeuge beschädigt werden, kann dadurch die Einsatzbereitschaft beeinträchtigt werden.
Wenn in ein Feuerwehrgerätehaus eingebrochen wird, betrifft der Schaden deshalb nicht nur die Feuerwehr – sondern möglicherweise die Sicherheit der gesamten Bevölkerung.
Einsatzmittel müssen jederzeit verfügbar und einsatzbereit sein.
Gemeinsam hinschauen und handeln
Gewalt gegen Einsatzkräfte geht uns alle an.
Feuerwehrangehörige, Rettungskräfte, Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte sowie Helferinnen und Helfer des THW leisten ihren Dienst für die Gesellschaft.
Sie verdienen Respekt.
Sie verdienen Anerkennung.
Und vor allem verdienen sie es, ihre Arbeit sicher ausüben zu können.
Deshalb möchten wir dazu aufrufen, Vorfälle nicht einfach als „gehört inzwischen dazu“ hinzunehmen.
Gewalt darf niemals zum normalen Berufs- oder Einsatzrisiko erklärt werden.
Eure Mithilfe ist wichtig
Wenn Einsatzkräfte betroffen sind, sollten entsprechende Vorfälle – soweit möglich und sinnvoll – dokumentiert und den zuständigen Stellen gemeldet werden.
Darüber hinaus kann die anonyme Erfassung über das Angebot von Feuerwehrpresse.org dazu beitragen, ein umfassenderes Bild zu erhalten.
Jede Meldung kann helfen, aus einzelnen Erlebnissen ein Gesamtbild zu entwickeln.
Aus vielen dokumentierten Fällen können Zahlen entstehen.
Aus Zahlen können Erkenntnisse entstehen.
Und aus Erkenntnissen können Forderungen und konkrete Maßnahmen entstehen.
Unsere Einsatzkräfte brauchen Schutz – nicht noch mehr Gefahr.
Wir wollen hinschauen.
Wir wollen zuhören.
Wir wollen dokumentieren.
Wir wollen sichtbar machen.
Und wir wollen gemeinsam dazu beitragen, dass Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und THW ihre wichtige Arbeit sicherer leisten können.
Bitte helft uns dabei, Vorfälle zu erfassen und sichtbar zu machen.
Für diejenigen, die helfen, wenn andere Hilfe brauchen.
KEINE GEWALT GEGEN EINSATZKRÄFTE.
Gemeinsam für Respekt. Gemeinsam für Sicherheit. Gemeinsam für unsere Einsatzkräfte.
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